Linksammlung: OneNote für Lehrer

Thomas Lutz:

Hier eine empfehlenswerte Sammlung zum Thema “OneNote für Lehrer” von Stefan Malter.

Ursprünglich veröffentlicht auf OneNote für Lehrer:

Ich bin natürlich nicht der erste Mensch auf der Welt, der sich mit OneNote als Tool für den Lehreralltag auseinandersetzt. Wenn Du trotz meiner Überzeugungsarbeit in diesem Blog immer noch nicht davon überzeugt bist, dass OneNote sich für Dich als Lehrer eignet und sich die Einarbeitung in die Software auszahlt, dann helfen Dir vielleicht weitere Erfahrungsberichte weiter.

In diesem Beitrag möchte ich Dir einige wertvolle Artikel und Praxisbeispiele aus dem deutschsprachigen Raum vorstellen. Sie veranschaulichen weitere Einsatzmöglichkeiten von OneNote in der Schule und machen Dir ja vielleicht noch mehr Lust aufs Ausprobieren.

Material direkt von Microsoft:

Unabhängige Artikel:

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Wie alt siehst Du aus?

“Wie alt bist Du denn?” – “Schätz´ doch mal …” Das kennt doch wirklich jeder. Auf Partys, Empfängen und sonstigen Gelegenheiten zum Small-Talk wird die Alters-Schätzfrage sehr gerne gestellt. Vor allem von Frauen, die daraufhin das – meist männliche – Gegenüber etwas kokett und meist auch süffisant-lächelnd-gespannt ansehen. Und damit auch die Einladung aussprechen, sich doch bitte mal eben aufs diplomatische Glatteis zu begeben.

Doch sind nicht Computer auch gerade dazu erschaffen worden, uns mühsame und schweißtreibende Tätigkeiten abzunehmen? Richtig. Und deshalb kann man diese Art von Galanterie nun auch getrost dem Roboter aus der Microsoft Cloud überlassen, inklusive der Chance, damit gehörig ins Fettnäpfchen zu treten.

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Eigentlich nur als kleine Fingerübung von zwei Programmieren gedacht, die die Webseite How-Old.net als Demonstration für die Fähigkeiten des Microsoft Cloud Dienstes Azure auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz //build vorführten, hat sich die Webseite mit dem heiteren Alters-Ratespiel innerhalb weniger Stunden blitzartig über die social-media Netze verbreitet.

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Und der oder die eine fühlt sich vom Ergebnis geschmeichelt, der andere brüskiert und beleidigt. Also besser geht ja social media kaum… Die Popularität des Tools hat selbst Microsoft überrascht. Deshalb wurde die Webseite auch nicht gleich nach der Demo auf der //build wieder off-line genommen sondern bleibt nun noch etwas länger online.

Ich selbst finde übrigens, dass der Algorithmus dahinter perfekt funktioniert Smiley

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Und noch was Wichtiges zum Schluß: Die Webseite speichert weder Fotos noch die Altersschätzungen dazu. Das wird auch extra angeführt.

Siehe dazu auch:

http://oe3.orf.at/stories/2708817/

http://futurezone.at/digital-life/website-schaetzt-das-alter-von-personen-anhand-von-fotos/128.419.876

Es gibt kein Social Media – Nur Werbung

Wer erinnert sich noch daran, als alles anfing? Als die ersten Blogs aufkamen, immer mehr Hauptwörter mit “2.0” endeten und wir begannen, von sozialen Medien zu sprechen. Der Legende zufolge hatte das alles einen Anfang in der Formulierung eines Manifestes gehabt. Nur, was ist davon übergeblieben, von der hehren These eines Markts, der bald nur mehr von Konversationen bestimmt sein wird?

Der Autor Mike Proulx hat dazu einen guten Beitrag publiziert, den ich meinen Lesern hier gerne in deutscher Übersetzung wiedergebe.

Vor fünfzehn Jahren schufen die provozierenden Überlegungen von Levine, Locke, Searls und Weinberger mit der Veröffentlichung des “Cluetrain Manifesto” und der ultimativen Erklärung des “end of business as usual” die Voraussetzungen für eine große Ära des Social-Media-Marketings.

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Märkte sind Gespräche?

Für einen kurzen Moment hatte man das Gefühl, dass Marken wirklich damit anfingen, mit Online-Communities in den Dialog zu treten, und tatsächlich von Mensch zu Mensch in Kontakt zu treten. Aber im Laufe der Jahre ist diese idealistische Vision nahezu bis zur Unkenntlichkeit erodiert. Es wird zunehmend irrelevanter Content gepostet und soziale Netzwerke müssen mehr und mehr Geld verdienen.

Nennen wir das Kind beim Namen: Social Media Marketing ist heute schlicht Werbung. Es ist weitgehend Mediaplanung und eine Übung um Sichtkontakte einzukaufen. Marken müssen bezahlen, wenn sie wirklich wollen, dass ihre Botschaft gesehen wird. Es ist das Gegenteil von Kontakt und Zuhören – es ist erneut das Senden von Werbeinhalten.

Dick Costolo von Twitter sagte kürzlich, dass mindestens einer von 20 Tweets eine Anzeige sein wird. Es ist auch nicht weiter ein Geheimnis, dass die organische Reichweite von Facebook inzwischen eine Herz-Lungen-Maschine benötigt. Und als Snapchat kürzlich Discover einführte, war vielen bereits nach dem ersten Hinsehen klar: „Das ist nicht Social Media“.

Das idealistische Ziel des „Ende des Business, wie wir es gewohnt sind“, wie es das Cluetrain Manifest postulierte, passierte nie. Wir sind diesem nicht einmal nahe gekommen. Nach einem kurzen vielversprechenden Ruck sind wir wieder sehr schnell zum Tagesgeschäft übergegangen. Die ausgerufene Revolution hat niemals stattgefunden.

Natürlich gab es beträchtliche Fortschritte in der Anzeigentechnik, in der Automatisierung der Medien, Optimierung, targeted advertising etc. Aber dass Märkte nun tatsächlich Konversationen geworden wären, würde wohl niemand behaupten wollen.

Aber sobald man diese Tatsachen akzeptiert, gibt es auch eine Reihe von Dingen die man als Vermarkter tun kann, um das Beste aus diesem „Nicht-wirklich-social“ Marketing zu machen. Hier sind fünf davon:

  1. Zahlen macht frei. Erinnern sie sich noch daran, als social media als „unpaid media“ bezeichnet wurden? Diese Zeiten sind vorbei. Marketing in sozialen Netzwerken erfordert auch eine entsprechende Allokierung ihres Mediabudgets. Fakt ist, dass sie mehr Geld in soziale Medien investieren müssen als sie es in der Vergangenheit haben.
  2. Spielen sie Blackjack. Im Gegensatz zu anderen Medienformen haben Social-Plattformen eine integrierte Feedbackschleife in Form von Likes, Kommentaren, Re-Tweets, Favoriten etc. Starten sie mit der Zuweisung kleiner Beiträge die sie gleichmäßig über promoted posts verteilen, um dann über die jeweiligen plattformabhängigen sozialen Interaktionssignale zu bestimmen, auf welche Inhalte sie ihre Wetten erhöhen. Machen sie ein „Double-Down“ auf die Top-Performer, in dem sie ihre „paid-media“ Budget entsprechend erhöhen. Sie können das als eine Art „Crowd-sourced-Mediaplanung“ verstehen. Die beliebtesten Beiträge sind eine sichere Wette, um mehr Publikum zu erreichen.
  3. Üben sie Zurückhaltung. Verfangen sie sich nicht im Posten und Buchen beliebiger und unverfänglicher Inhalte, weil es sich wie eine soziale Währung anfühlt. Die Wissenschaft der Markenstrategie sollte nicht einfach aus dem Fenster geworfen werden, nur weil sie jetzt etwas sofort veröffentlichen können. Bleiben sie ihrer Marke treu und posten sie nur, wenn sie etwas haben, was wirklich relevant und nützlich – was „shareworthy“ ist.
  4. Messen, worauf es ankommt. Während Engagement Metriken hilfreich sind, um populären content zu identifizieren, sollte der Erfolg von „paid media“ gegen spezifische Marketing-Ziele gemessen werden. So stellt beispielsweise die Erhöhung von Likes und Followers noch kein gutes Marketingziel dar. Um den tatsächlichen business impact zu messen bedarf es eines gründlichen Analyseansatzes, der über das hinaus geht, was soziale Plattformen normalerweise anbieten, einschließlich eines Attribution-Modeling, also der Zuordnung von Wirkungszusammenhängen.
  5. Zusammenhänge herstellen. Soziale Medien existieren nicht in einem Silo. Die Gewohnheiten von Verbrauchern sind inzwischen ein buntes Gemisch zwischen Geräten, Plattformen und Inhalten geworden. Dies gilt es gezielt auszunutzen und Marketingkampagnen bereits „cross-channel“ zu planen und die Verbindungen zwischen den einzelnen Kanälen bewusst herzustellen. Die promoted posts sollten daher idealerweise eine Verbindung zur übergeordneten Marketingstrategie herstellen und diese konnotieren und verstärken. Und die von ihnen erstellten Inhalte? Die sollten auf die jeweiligen Besonderheiten, Stärken und Nuancen der jeweiligen Social Plattform im Medien Mix abgestimmt sein.

Alle Medien sind heutzutage im Grunde auch soziale Medien oder werden mehr und mehr dazu. Und das dunkle Geheimnis dabei ist, dass sie im Grunde nicht sonderlich sozial sind. So what? Soziale Netzwerke sind inzwischen zu Massenmedien geworden und Marken müssen für ihren reach bezahlen. Das ist Realität.

Aber für diejenigen, die sich wie ich von den Grundsätzen des Cluetrain Manifest geleitet fühlen, gibt es auch eine gute Nachricht: Marketing ist so viel mehr als nur Promotion (denken sie an die 4 P´s). Auch wenn eine Social-Media Werbestrategie inzwischen die gelebte Realität geworden ist, besteht noch immer die Möglichkeit auch eine echte „social business“ Strategie im Unternehmen auszuformen, die dem echten Dialog zwischen echten Menschen gewidmet ist.

Unsere sozialen Netzwerke sind nach wie vor eine wahre Fundgrube für Customer Insights, also eine unverfälschte Sicht auf Feedback und die Bedürfnisse der Kunden und Konsumenten der Produkte unseres Unternehmens. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum Unternehmen soziale Medien nicht doch als einen Weg ansehen können, ihr business zu transformieren – das business as usual zu beenden – während halt auch Werbung beinhaltet ist.

Aus dem Englischen.
Autor: . Published on April 02, 2015.

OneNote für Journalisten

Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich ein überzeugter und konsequenter OneNote-Anwender bin. Und dass nicht nur, weil es von Microsoft ist und ich bei Microsoft arbeite…

OneNote ist seit Jahr und Tag mein digitales Notizbuch, in dem ich multimedial (Text, Bilder, Video, Audioprotokolle, hyperlinks, etc.) und über verschiedenste Geräte und Plattformen arbeiten kann. Am PC, am Tablet oder am Smartphone genauso wie auf dem iPad, iPhone oder Android Gerät. Und auf dieser plattformübergreifenden Basis ist es auch ein tolles Werkzeug für Journalisten.

Das sehen auch Journalisten selbst so, wie beispielsweise der Chefredakteur bei nrwision, der dazu – unabhängig von Microsoft, wie er auch selbst betont – einen interessanten Blogbeitrag verfasst hat:

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https://www.nrwision.de/lernen/tv-wissen/onenote-fuer-journalisten.html

Hallo Windows? – Windows Hello!

Auch wenn der Personal Computer bereits seit 1981 so heißt, richtig persönlich sind diese Kisten bis dato nicht geworden. Gut, man kann den Hintergrund auf persönliche Fotos ändern, Designs anpassen, seinen Namen als Benutzer angeben – viel mehr aber auch nicht.

Die kommende Windows Generation wird hier deutlich weiter gehen. Nicht nur mit dem persönlichen Concierge namens “Cortana”, dem Sprachassistenten von Windows am PC, Tablet und Smarpthone. Auch mit der Anmeldung an das System wird es nun ein Stück persönlicher.

Das Zauberwort heißt “biometrische Authentifizierung” Und soll mittelfristig das Ende von Username und Passwort einläuten. So wird die neue “Windows Hello” Funktion in Windows-10-Geräten die Anmeldung per Gesichtserkennung, Iris-Scan oder Fingerabdruck möglich machen.

Dieses 4-min-Video zeigt, wie das funktionieren wird:

 

Referenz: http://blogs.windows.com/bloggingwindows/2015/03/17/making-windows-10-more-personal-and-more-secure-with-windows-hello/

Ist Microsoft von den Juden?

Um zu erklären, wie es zu dieser Überschrift kommt, muss ich ein wenig ausholen. Ich war diese Woche wieder einmal Lehrer für einen Tag. Jedes Jahr schwärmen am sogenannten “Safer Internet Aktionstag” zwischen 50 und 60 Microsoft Mitarbeiter an Wiener Schulen aus, um einen Dialog mit Schülerinnen und Schülern zu führen und Wissen zu vermitteln, wie man sich im Internet sicher bewegt, etc… So auch ich.

Ich betrete die Klasse. Es sind erst ein paar Kinder im Raum, da noch Pause ist und beginne, meinen Notebook an den Beamer anzuschließen. Ein Schüler tritt interessiert an den Tisch und fragt mich, woher ich komme. Ich erkläre ihm kurz das Warum meiner Anwesenheit und er denkt kurz nach, murmelt “Ah, von der Firma Microsoft sind sie…” um dann wie aus der Pistole geschossen zu fragen:

“Ist Microsoft nicht von den Juden?”

Ich sehe ihn mir genauer an. Er kommt mir auf den ersten Blick nicht besonders radikalisiert vor, sieht aus wie ein ganz normaler 12-jähriger Bub. Kein irrer Blick und vermutlich auch unbewaffnet… Aber warum fragt er mich das? Ist das bereits der zarte Beginn einer Karriere als Religionskrieger? Oder kommt das etwa aus der Ecke der Ewiggestrigen? Wäre ja auch möglich.

Ich frage ihn, wie er das meine und von wo er das denn wisse? Ein Freund hätte ihm das gesagt, der wüsste das von seinem Vater – und der weiß das eben, antwortet er völlig standfest. Ich frage zurück, was es denn machte, wenn es so wäre? Nichts, meint der Bub, der da wohl schon das Glatteis wittert. Es hätte ihn halt einfach interessiert – und zuckt dabei  gleichgültig mit den Achseln.

Die anderen Schüler kommen mit der Lehrerin aus der Pause zurück und der Unterricht beginnt. Es bleibt mir keine Zeit mehr und erst nach den zwei Stunden im Klassenzimmer, am Nachhauseweg im Auto, erinnere ich mich wieder an diese merkwürdige Konversation.

Auch wenn ich nie erfahren werde, aus welcher Motivation der kleine Bub diese Frage stellte, so gab sie mir doch zu denken. Wie leicht sind Kinder in diesem Alter zu beeinflussen und für oder gegen eine Sache zu instrumentalisieren? In dem Alter werden auch schon die Kämpfer für die Intifada, Pegida oder andere “gerechte” Kriege rekrutiert und ihre formbaren Gehirne mit Parolen und Dogmen vollgestopft. Und das meistens von Personen aus der Familie und dem Vertrautenkreis. Was bleibt da noch als Kindheit über? Wie sollen sich da die Kinder vorurteilsfrei eine eigene Meinung bilden können?

Nun, ich für meinen Teil denke, dass sowohl Religion als auch Politik per se nichts im Klassenzimmer verloren hat – dafür aber umso mehr ethische und politische Erziehung.

Alles begann mit Elefanten

Zum 10. Geburtstag von YouTube teile ich gerne diesen lesenswerten Beitrag der dpa Redaktion mit meinen Lesern. Es ist in der Tat erstaunlich, wie sehr YouTube unser tägliches Leben verändert hat; im Business haben inzwischen alle größeren Unternehmen einen eigenen YT channel (wie auch Microsoft Österreich) und im privaten kommt kaum mehr eine Party ohne diverse playlists aus YouTube aus.

Aber wie begann es eigentlich? 

Vor 10 Jahren begann die Erfolgsgeschichte von Youtube. Mittlerweile sind die Internet-Videos überall präsent, Youtube-Stars werden von ihren Jugendlichen Fans bestürmt. Doch zum 10. Geburtstag droht Youtube auch neue Konkurrenz.

Alles begann mit Elefanten. Das erste Youtube-Video zeigt zwei gemütliche graue Tiere im Zoo. Nach 18 Sekunden ist der Clip vorbei. Heute sind auf Youtube Millionen Elefantenvideos zu sehen, und dazu ziemlich alles andere, was Menschen in bewegten Bildern festhalten können. Die Webseite selbst gibt es nur wenig länger als das Elefantenvideo. Mitte Februar 2005 registrierten die Gründer Chad Hurley und Steve Chen die Seite Youtube.com und legten so den Grundstein für das Video-Imperium. Dieses Jahr wird Youtube 10 Jahre alt.

Fast jeder kennt die Youtube-Videos, die in den letzten Jahren zum Massenphänomen geworden sind. Auf Youtube tanzen Passanten zu Pharrell Williams «Happy» durch Städte, Feuerwehrleute zappeln beim «Harlem Shake», junge Menschen zeigen anderen jungen Menschen, wie man Nudeln kocht, eine Kokosnuss schält, das nächste Level bei Minecraft erreicht oder den perfekten Lidstrich zieht. Unter Jugendlichen ist die Plattform das beliebste Online-Angebote überhaupt: 30 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nennen Youtube als eine der Webseiten, die sie häufig nutzen. (Auf Platz zwei folgt Facebook.)

Für Jugendliche sind die Videomacher die neuen Stars. Millionen Abonnenten verfolgen die Videos von bekannten Youtubern. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es eine Handvoll dieser Stars mit hunderttausenden Fans, darunter Ratgeber Sami Slimani, die singenden Zwillinge DieLochis, Videospieler Simon Unge oder die Modebloggerin Daaruum.

«Youtuber sind oft Vorbilder, sind bester Kumpel, großer Bruder und Ersatzelternteil in einem», sagt Mirko Drotschmann. Der 28-Jährige erklärt in seinen Videos als «MrWissen2go» aktuelle Themen und hilft bei Schulaufgaben. Jugendliche fühlen sich den Youtubern näher als Popstars oder Fernsehschönheiten, sagt er. «Die Youtube-Stars sind eher Leute von nebenan, das spielt eine ganz wichtige Rolle. Die sind wie ihre Zuschauer.»

So kommt es, dass die Jugendlichen ihre Youtube-Lieblinge auch um Rat im Alltag fragen. «Wir bekommen sehr viele persönliche Mails», sagt Lamiya Slimani. Sie ist die Schwester von Sami Slimani und selbst erfolgreiche Videomacherin mit mehr als einer halben Million Fans. «Das ist eine Riesen-Verantwortung.»

Manche Youtuber sind so bekannt, dass sie mit ihren Videos Geld verdienen. Sie bekommen einen Teil der Einnahmen aus Werbung, die vor und während ihrer Videos angezeigt wird. Andere wollen auch den Offline-Markt erobern: Die drei Slimani-Geschwister haben etwa ein Buch auf den Markt gebracht. Andere Youtuber halten Produkte in die Kamera oder arbeiten mit Unternehmen zusammen. In Deutschland rief das bereits die Medienaufsicht auf den Plan, die in einem Fall prüfte, ob das Anpreisen als Schleichwerbung zu werten sei.

Das zeigt: 10 Jahre nach der Gründung ist Youtube auch ein Milliarden-Geschäft geworden. Unternehmen wollen über die Youtube-Stars junge Käufer erreichen und rangeln um den nächsten viralen Hit im Netz. Edeka landete so einen Treffer mit dem «Supergeil»-Spot, in dem Schauspieler Friedrich Liechtenstein singend Lebensmittel anpreist («Es ist supergeil, supergeil»).

Andere Firmen versuchen, ihre Anzeige wie ein Nutzervideo aussehen zu lassen. Das geschah bei dem schwarz-weiß Video «First Kiss», in dem sich Fremde zum ersten Mal küssten. Millionenfach geteilt, entpuppte sich der Clip schließlich als Werbung für eine Kleidungsmarke. Das verletzt die oberste Youtube-Regel: Sei du selbst. Ehrlichkeit sei wichtig, sagt Nilam Farooq alias Daaruum, eine der erfolgreichsten deutschen Youtuberinnen. «Wenn du das lange machen willst, merken die Leute sehr schnell, ob du dich verstellst.»

Dabei geht es auf Youtube nicht immer freundlich zu. «Die Kommentarkultur auf Youtube ist nicht so ganz Knigge-konform», gibt Youtuber Dortschmann zu. Er startete jüngst mit anderen Videomachern eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit – auch wegen rassistischer Kommentare unter den eigenen Filmen. Auch an anderer Stelle rumort es: In Deutschland streitet Youtube sich seit Jahren mit der Verwertungsgesellschaft Gema über die Vergütung für Musikvideos. Viele bekannte Clips werden deswegen hier nicht angezeigt.

Youtube hat Videos im Internet zum Massenphänomen gemacht, doch zum 10. Geburtstag wächst die Konkurrenz. Denn immer mehr Nutzer filmen und teilen Videos. Auch andere Firmen wollen davon profitieren.

Facebook hat seine Videofunktion ausgebaut. Das Netzwerk ermutigt seine Nutzer, Videos gezielt zur Verbreitung auf Facebook zu filmen.

Mit 1,3 Milliarden Mitgliedern ist Facebook eine ernstzunehmenden Konkurrenz für Youtube. Auch andere Online-Dienste wie Twitter oder Instagram bauen ihre Videofunktionen aus. Youtube selbst arbeitet daran, mehr Geld zu verdienen: Die Werbemöglichkeiten auf der Plattform sollen weiter ausgebaut werden.

Quelle: dpa, Jessica Binsch